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schublade: gedankenzwerge

wenn fair nicht wirklich gleich fair

sack

dann ist der kaffee bestimmt von tchibo. oder die biolimonade aus dem aldi oder das t-shirt von h&m oder (an dieser stelle die reihe bitte beliebig fortsetzen)…

jetzt mal im ernst. bitte wer geht zu tchibo und erwartet etwas faires? kann jemand wirklich so dumm sein? wer zu tchibo und co. geht ist ein ignorant – ok. aber nicht jeder ignorant ist gleich dumm – oder?

jeder, der zu h&m geht weiß es eigentlich besser. wir tun es trotzdem. aber wir wissen doch, was wir dann am körper tragen. bis zwei wochen später die ersten nähte aufgehen. ich glaube ja, das ist die rache der kleinen näher und näherinnen. wer kann es ihnen verdenken. wer ich so ein gar nicht fair behandelter tchibo-pflücker, ich wüsste ja – was ich mit jeder dritten bohne täte…

also jetzt mal hand aufs herz – wer geht zu tchibo und kauft ‘fair’ gehandelten kaffee und denkt dann wirklich, er tue etwas gutes?

es gibt mittlerweile in jeder drittklassigen kreisstadt einen eine-welt-laden mit wirklich leckeren dingen und kaffe ganz ohne plastikverpackung. da kann man etwas eher glauben, dass der pflücker vielelicht etwas geld fur seine arbeit bekommt und nicht mit dreißig einen elenden pestizid-tod stirbt. das beruhigt das schlechte gewissen ein wenig besser…

fairtrade-murks der kaffeeketten

fortschritt ist weiblich

capitalism

fortschritt hat ein der davor und ist dennoch weiblich. überall auf dieser welt. egal zu welcher zeit. welchem jahrhundert oder jahrtausend. fortschritt war und ist weiblich. erschreckend aber war. wohl eher für uns männer. euch frauen wird es wohl mehr oder minder bewusst klar sein. komisch, dass dann gier ein die davor hat und männlich ist. also überwiegend. so wie der fortschritt. ab und an soll ja auch mal ein blinder mann über ein korn der erhellung gestolpert sein…

so wie mohammed yunus – der seine kredit ausschließlich an frauen vergibt. oder die mitarbeiter des roten kreuzes mittlerweile (zuletzt auf tahiti) dazu übergegangen sind – hilfsgüter grundsätzlich nur noch an frauen zu verteilen. die männer müssen eine straße weiter warten und dürfen dann gerade mal den wasserträger spielen…

damit es keine schlägereien gibt. damit die wenigen lebensmittel auch zu hause bei den kindern ankommen und nicht teuer weiter verkauft und versoffen werden. damit die raten pünktlich zurück gezahlt werden. damit das geld überhaupt für etwas sinnvolles und nachhaltiges verwendet wird und nicht versoffen wird…

wenn sich irgendwo auf dieser welt ein dorf aus dem elend befreit hat, dann war da garantiert ein haufen frauen dran beteiligt, die die schnauze voll hatten und sich zusammen taten und das ruder in die hand genommen haben. wenn irgendwo auf dieser welt ein viertel halbwegs drogenkriegsfrei geworden ist – dann ist ein haufen mütter nicht weit, die nicht mehr länger zusehen wollten – wie ihre kinder – oder genauer, wie ihre söhne – sinnlos in jungen jahren sich und andere ums leben bringen…

nur wir hier – in unseren ach so aufgeklärten breitengraden – wir erlauben uns den idiotischen luxus von dicken fetten blassen männern in überteuerten anzügen, deren krawatten sie sich nicht einmal ohne ihre sekretärinnen binden können. weil wir seit jahrtausenden tag täglich aufs neue zeigen – wie wir es nicht gebacken bekommen. wie wir es tag täglich verschlimmern…

jetzt frage ich mich doch – welches geschlecht die idiotie eigentlich wirklich hat. der logik nach muss sie ja männlich sein.

verdammt noch mal – warum glaubt ihr frauen dann immer noch – emanzipation wäre, die selbe scheiße wie wir abzuziehen?

boxen und fußball ist bei uns schon bescheuert genug. an doofen autos rumschrauben bringt uns auch nicht wirklich weiter. einen überteuerten hosenanzug anzuziehen und einen billigen abklatsch eines dicken blassen mannes zu spielen ist noch armseliger als das original…

also – der fortschritt und die idiotie oder doch lieber andersrum?

wenn das feuilleton sich einen runterholt

coin

ich wollte ja eigentlich nichts zu sagen. oder besser schreiben. da ich ja grundsätzlich bei allem und jedem abschreibe und mir eigene gedanken gänzlich fremd sind. vielleicht hatte ich allerdings auch nur gedacht, das thema wäre ganz schnell wieder vorbei. so wichtig ist es nämlich eigentlich gar nicht. das beste an dem buch ist nämlich der titel. oder vielleicht auch das einzige…

es hört aber nicht auf. täglich was neues. überall. es verschwindet einfach nicht. und immer, wenn etwas belangloses nicht verschwindet – da fange ich an mich zu fragen…

hey, michael. sage mal. warum hält sich eine vollkommen überbewertete abschreiberin wochenlang im feuilleton?

ach, michael. das ist doch ganz einfach. frag dich doch mal, welche rolle das feuilleton in der sache selber spielt!

da – nennen wir es der einfachheit halber weiter schreiben – da schreibt also ein mädel ein buch über dinge, die sie garantiert nicht selber erfahren haben kann. eine tatsache, die dem feuilleton auch nicht entgangen sein sollte. selbst schreibtischtäter bei der faz könnten das erahnen, wenn sie dieses mädel sehen. aber spätestens nach den ersten seiten hat dies selbst der lebensfremdeste bücherzerreisser wissen müssen…

aber das feuilleton ist halt nie aus der pubertät herausgekommen. also stürzt es sich auf alles, was irgendwie nach dem aussieht oder anhört, was es es hinter seinem schreibtisch in seinen journalistischen zweizimmerwohnungen an erfahrungschatz nie erleben wird – aber gerne würde…

also nimmt man es nicht ganz so genau. passend zur autorin des buches, das man dann hochstilisiert. es ist schließlich das feuilleton – das benutzt nicht youporn – nein. das benutzt, wie es sich gehört, ein buch als wichsvorlage. und jetzt musste halt diese mittlerweile 18jährige dafür herhalten…

da das feuilleton nach unser aller charlotte lange nichts mehr als vorlage hatte, da hat es sich halt um so heftiger einen von der palme gewedelt…

tja – und wie das so ist – wenn man in der pubertät dabei erwischt wird. dann ist es einem peinlich. das feuilleton hat halt nie gelernt, laut onanierend durchs karstadt zu rennen. und wenn man selber schon nicht dazu stehen kann, das man halt gerade mal bedürfnisse hatte – tja, dann muss eindeutig die wichsvorlage schuld sein…

also wird jetzt die ganze zeit versucht vom eigenen offenen hosenstall abzulenken. mit allen mitteln. in ein paar wochen ist dann erst einmal wieder ruhe. bis das feuilleton wieder dicke eier hat. bis man es wieder mit um die knöchel schlotternden runtergelassenen hosen erwischt…

vielleicht sollte man dem feuilleton mal den unterschied zwischen einer billigen wichsvorlage für zwischendurch und einem halbwegs gutem porno zeigen.

noch besser wäre allerdings – wir würden das feuilleton endlich mal ins richtige leben entlassen…

das letzte lied

phones

eins der wenigen dinge, die uns vom tier unterscheidet – für die ich dem lieben gott wirklich dankbar bin – ist musikalität. ist das gespür für musik. das gefühl für musik. das fühlen von musik. das haben wir alle in uns. die einen mehr oder weniger. mal mit mehr takt. mal mit weniger. mal auf der drei und mal auf der vier. mal mit strom. mal ohne. oder auch mit ohne.

wir alle reagieren auf klänge, töne und gesang. die einen mehr. die anderen weniger. die einen mögen es weich. die anderen härter. aber wir alle mögen es auf unsere eigene art.

wir hocken in unseren wohnungen. wir fahren mit dem auto. wir joggen. wir duschen. wir gehen aus. wir gehen tanzen. wir haben sex. wir trauern. in den meisten situationen begleitet uns irgend eine art der musik. selbst blaskapellen können uns verzaubern. uns trost spenden. uns zum tanzen animieren.

mal graziös. mal abgehackt. mal mit offenen augen. mal mit geschlossenen. mal alleine inmitten lichtblitzereien. mal zu zweit im dunklen. mit stöpseln im ohr unter der decke. im zug. im wald. auf einer bank. überall. einfach überall.

was haben wir stunden unseres jungen lebens mit spulen verbracht. vor und zurück. was verbringen wir stunden unseres lebens mit synchronisieren und cover nachladen. mal alleine. mal zu zweit. mal in ganzen gruppen.

ja – wir identifizieren uns zuweil sogar darüber, was für musik wir hören. was für musik wir machen. mit wem wir musik hören. mit wem wir musik machen. zu wem wir gehen. mit wem wir gehen. und mit wem wir kommen.

wir vermögen sogar uns gegenseitig anzusehen, was wir für musik hören. wir begehen sogar stellenweise den fehler, uns nach unseren playlists zu beurteilen. uns einzuordnen. uns zu mögen. oder auch nicht.

das war schon immer so. das wird auch immer so bleiben. es verändern sich ein paar töne. ein paar takte. ein paar worte. aber ein refrain wiederholt sich immer wieder. das war schon immer so. das wird auch immer so bleiben. die strophen mögen varieren. aber moll bleibt moll. dur bleibt dur und eine tonleiter ist nicht ausziehbar. und dann kommt wieder ein refrain. das war schon immer so. das wird auch so bleiben.

die reihenfolge mag sich ändern. die anzahl auch. aber ein ton bleibt ein ton. egal ob richtig oder falsch. es ist ein ton. es bleibt ein ton. mehrere töne ergeben musik. ergeben ein lied.

man singt es alleine. man singt es zu zweit. oder in einer gruppe. oder beides. man singt es leise. oder laut. oder beides. man singt es schnell. oder langsam. oder beides. aber es bleibt ein lied. ein lied.

es gibt keine sprache, in der nicht gesungen wurde. es gibt keine sprache, in der nicht gesunden wird. mal schöner anzuhören. mal weniger. aber ein lied bleibt ein lied. und dann kommt der refrain.

es gibt wohl nichts, was noch nicht besungen wurde. gesang gehört zum menschen. von anbeginn. wie hunger. wie krieg. wie leid. wie freude. wie verzagen. wie hoffnung. wie wut. und mut.

die lieder ändern sich. die texte ändern sich. die töne ändern sich. die sänger ändern sich. die zeiten ändern sich. aber ein lied bleibt ein lied. und dann kommt der refrain.

die lieder kommen. die lieder gehen. die texte kommen. die texte gehen. die sänger kommen. die sänger gehen. und dann kommt der refrain.

aber auch auch das letzte lied wird ein liebeslied sein.

versprochen.

die kürzeste verbindung

smile

die kürzeste verbindung zwischen zwei punkten soll ja angeblich eine gerade sein. nun habe ich es weder mit der mathematik oder der logik – noch ist gerade besonders natürlich. kurven haben auch etwas feines. und ohne umwege kämen die wenigsten ans ziel. oder wüssten den weg zu schätzen. wenn alle wege sich schnurgerade kreuzten – wäre die anzahl von stirnbeulen noch um einiges höher als eh schon vermutet.

und dann schaue man sich das getänzel zweier wildfremder menschen – deren weg sich auf offenem bürgersteig kreuzt – an. gerade ist anders. auch die wenigsten, die sich im zug gegenüber sitzen, schauen sich gerade in die augen. im zug wurde das verstohlen um die ecke gucken praktisch erfunden. naja – vermutlich war es schon in einer droschke.

und selbst bergab geht es nicht wirklich schnurstracks. da liegen genauso viele steine rum, wie auf dem weg nach oben. egal wie man mit den steinen umgeht – gerade geht anders.

nun gibt es menschen, die scheinen wirklich wie einmal aufgezogen und dann werden sie von irgendeinem unsichtbaren strick einen vermeintlich vorbestimmten weg entlanggezogen. ohne pause. ohne rast. ohne umwege. ohne abwege. ich weiß nicht, wie das bei euch ist – aber ich hatte meinen meisten spaß – das meiste leben – auf meinen abwegen. für den einen oder anderen umweg zahlt man einen preis. manchmal auch einen hohen.

angeblich soll ja auch nichts im leben umsonst sein. nun habe ich es weder mit dem geld – noch mag ich das wort umsonst. zum einen ist nichts umsonst und vor allem ist nichts vergebens.

ein freundlicher blick zum beispiel. ein lächeln auch. und eben jenes ist auch die kürzeste verbindung. vielleicht nicht unbedingt immer zwischen zwei punkten.

zwischen zwei menschen auf jeden fall.

das ist der guido – der hat ein problem

guido

das ist der guido. der ist in einer partei. eine partei ist ein haufen von überwiegend männern, mit denen in der schule schon keiner spielen wollte und die auch über sonst keine wirklichen fähigkeiten verfügen. dafür haben viele von denen ein problem. also eigentlich haben die mehrere probleme. eines davon ist oft ihr ego. aber deren größtes problem ist – die wollen wiedergewählt werden. die wollen also an der macht bleiben. das ist verständlich. wenn man früher immer ganz alleine auf dem schulhof gestanden hat – dann hat man sich ohnmächtig gefühlt. und wenn man dann groß geworden ist und einen immer noch keiner leiden kann – dann denken viele, sie werden beliebter, wenn sie viel macht haben, weil sie nicht wissen, dass das gegenteil von ohnmacht nicht macht ist…

also klammern sie sich unwissend an ein bischen vermeintliche macht. wie ihr euch jetzt sicherlich alle denken können – ist das ein fehler und falsch. es kommt aber noch schlimmer. dem guido sein ohnmachtsersatz hat er sich nämlich nicht einmal selber besorgt. den haben andere für ihn besorgt. und das nicht, weil die den guido so gut leiden können, sondern weil die nur an sich selber denken. der guido ist nämlich von allen politikern einer der ärmsten. der ist nämlich auch noch in einer partei von lauter menschen, die genauso falsch denken, wie der guido selber. die verwechseln nämlich alle erkaufte macht mit anerkennung und liebe…

und weil die das nicht besser gelernt haben und weil die ihr inneres loch auffüllen müssen, da klammern die sich besonders an diese falsche vorstellung. und der guido, den früher schon keiner leiden konnte, den die auch nicht leiden können – weil die sich selber nicht leiden können – der muss für die dieses idiotische hamsterrad am laufen halten. und jetzt rennt dieser gudio halt mit seinem pr-weichgespülten dauergrinsen in diesem hamsterrad immer im kreis und wird von hinten mit der peitsche angetrieben…

früher – auf dem schulhof, alleine in der ecke – da hat er sich das alles ganz anders vorgestellt. da hat er davon geträumt mal ganz beliebt zu sein. und jetzt hockt er da auf seinem pöstchen und es kann ihn immer noch keiner leiden. aber wenigstens kann er sich wichtig vorkommen. darum rennt er halt weiter in seinem hamsterrad. und je länger man in so einem rad alleine vor sich hingepeitsch wird – um so sturer schaut man nach geradeaus. da bekommt man gar nicht mehr mit, was links und rechts passiert. bei den menschen, die früher eben nicht alleine auf dem schulhof gestanden haben. die jetzt nicht ach so tolle viele macht haben wie unser hamster guido – dafür aber was vom leben wissen und freunde haben…

was soll er jetzt bloß machen – unser armer ungeliebter hamster?

da ist er nur in seinem rad, weil er den hamster für andere nager macht, die so schlau sind, sich nicht selber in den käfig zu hocken und dann ist er auch noch auf die menschen angewiesen, die um seinen käfig herumstehen – auf dass sie ihn ja wieder da rein wählen – in dieses sich immer wieder wiederholende neoliberale dummschwätzgedrehe seines längst überholten idealisierten schulhofweltbildes…

helfen wir doch alle unserem guido. befreien wir ihn aus seinem blöden rad. wählen wir ihn einfach nicht wieder da hinein. das tut ihm nicht gut. und uns auch nicht…

verwendbar

paddchen

nu isses also da. das angebliche wunderding. rettung sämtlicher branchen, die bis jetzt nicht begriffen haben, dass gestern schon lange vorbei und morgen eigentlich schon heute ist und stillstand mehr als rückschritt…

aber ob das tablettchen jetzt der wirkliche fortschritt ist – ich wage es zu bezweifeln. ohne inhalte wird das nichts. vorerst auf jedan fall nicht. ich kenne keine zeitung, die sich die wörter von euch zensieren lässt, nur damit sie erscheinen kann. und wenn euch nicht langsam was einfällt, die appstore-trolle in den griff zu bekommen – ja ich weiß, ich wiederhole mich…

fein und sexy ist es auf jeden fall und menschen wie meine frau werden mit so einem gerät vollkommen glücklich und für unterwegs im zug reicht das auch dicke. wenn jetzt das iphone endlich auch wieder eine alurückwnd bekäme…

ein schritt in die richtige richtung ist es allemal und mein händler schon instruiert :-)

ach – und eine kleine randbemerkung sei mir noch erlaubt:
wil – du depp! anstatt es dir komplett mit apple zu verscheißen, hättest du dir einfach einen dicken button auf die seite und brust bappen sollen: ich bin so gut, dass sogar apple bei mir kopiert…

die da drüben

die_andere

es ist ja nicht so, dass ich jemals ein kind von traurig war. und es ist ja auch nicht so, dass ich nicht schon eine menge gehört, gesehen und vor allem erlebt hätte und es gewohnt bin – einfach immer die ruhe zu bewahren. aber wenn ich einen hätte, dann würde mir der puls jetzt doch gewaltig in die höhe schnellen. was aber momentan aber am schlimmsten ist – mein trotz diverser und jahrelanger exzesse eigentlich gut funktionierendes gedächtnis macht auf einmal auch nicht mehr so mit, wie es sollte. nach zwei uhr morgens in irgendwelchen clubs, in irgendwelchen kneipen oder fremden küchen schnappt man die dollsten stories auf. solche stories, die irgend etwas wichtiges – also was die eigenen eltern immer für wichtig gehalten haben – direkt aus dem hirn schupsen und sich in dieser freigewordenen windung dann direkt einnisten. aber so sehr ich jetzt auch versuche in eine dieser windungen zu kommen – es gelingt mir einfach…

verdammt noch mal. irgend ein möchtegern-freund muss mir doch in einer dieser unzähligen durchsoffenen nächte etwas halbwegs vergleichbares in eines meiner halbtauben ohren gelallt haben…

aber nix is. ich kann es drehen und wenden wie ich will. ich kenne keinen, der schon einmal tot neben sich selber aufgewacht ist oder jemanden, der davon erzählt hat, dass er jemanden kennt, der jemanden kennt, der von jemandem gehört hat, dass jemand einem bekannten erzählt haben könnte, dass derjenige jemanden kennt – ach mist! weder puls noch gedächtnis von mir. also mir neben mir. also weder puls noch gedächntnis von mir neben mir funktionieren – aber im abschweifen bin ich selbst in dem zustand noch grandios…

das nützt mir nur jetzt rein gar nichts. man versucht sich in seinem eigenen kümmerlichen leben ja auf eine menge vorzubereiten. was ist, wenn man doch noch mit mitte zwanzig in die pubertät kommt. was, wenn einem morgen keira knightley beim bolle um die ecke entgegenkommt oder einen auf einmal doch alle mögen. aber auf so etwas. hätte ich das mal eher gewusst. jetzt sitzt ich also da. also sitzend neben mir liegend. oder liegend neben mir sitzend. einer von uns auf jeden fall…

ich wäre dann vielleicht nicht wie üblich nackt schlafen gegangen. ich hätte mir ein paar telefonnummern zurecht gelegt. aber wen ruft man in so einem fall dann an? hey mama, alles ok – ich liege nur tot neben mir… wenn man selber weiß, das man tot ist, muss man dann einen arzt rufen, der einem das gewusste noch einmal schriftlich bestätigt? macht man sich gar selber verdächtig? auf, nun gestehen sie schon, dass sie sich selber getötet haben… also doch lieber direkt einen anwalt oder mache ich mich direkt noch verdächtiger, wenn ich neben einem toten selbst mit einem anwalt im schlepptau ankomme…

wer hätte gedacht, dass tot neben sich selber aufwachen so viele fragen aufwirft. ok – eine muss ich nicht mehr stellen. ich kenne meinen namen und ich muss mir keinen kaffee anbieten. aber ein problem bleibt gleich. wie werde ich mich jetzt los? ich kann mir nicht selber versprechen mich anzurufen. das glaube ich mir selber nicht einmal. ich weiß, das ich nicht einmal meine eigene nummer kenne. hey – ich schreib dir ne mail. und wenn ich mich jetzt selber noch einmal noch einmal selber selber sagen höre, dann – mist! ich schweife schon wieder ab…

und damit wäre ich schon wieder bei meinem ersten problem. nein, beim zweiten. ich habe es aufgegeben mein totes hirn mit der frage zu quälen, wie ich in diese lage kommen konnte. aber ich liege immer noch nackt neben mehr. und ich habe für solche gelegenheiten einfach nichts passendes da. und schon gar nichts frisches aus der reinigung. brauche ich überhaupt noch etwas? und wenn ja, muss das dann unbedingt gebügelt sein? vielleicht sollte ich als aller erstes jemanden anrufen, der mir etwas zum anziehen besorgt – was auch immer…

hm – wenn mich jemand früh morgens anrufen würde und mir mitteilt, dass er tot neben sich liegt und dringend etwas ordentliches zum anziehen braucht – würde ich mir dann sorgen um mein geld machen? vielleicht sollte ich eine kreditkarte parat legen. ich könnte mein ehemals wichtigstes teil damit zumindest verdecken. ja. ihr müsst gar nicht so mitleidig grinsen. wenn man tot ist sieht der (oh wunder) noch kleiner aus als sonst. aha – selbst in dem zustand denkt man(n) also weiter über so was nach. eigentlich beruhigend zu wissen, dass manche dinge bestand haben. blöde wortwitze wohl auch…

ich weiß, ich schweife schon wieder ab. ich liege immer noch tot neben mir und bin noch keinen schritt weiter. ich bin immer noch nackt, nur etwas kälter und steifer und eigentlich ist mir das alles zu viel und eigentlich macht mich nur eine einzige sache wirklich fertig. diese panische angst, dass der depp, der da tot neben mir liegt am ende dann doch die da drüben auf dem sofa – die, die mich die ganze zeit mit übereinandergeschlagenen beinen aus ihren blitzenden augen anstarrt. beine, die jeden toten wieder zum leben erwecken könnten… also dass genau die da drüben nicht mich, sondernd den deppen neben mir heute abend ficken wird.

das – und nur das – macht mich wirklich fertig…

kampf der umstandskrämerei!

simpel

ich bin ein schlichter mensch mit einem schlichten gemüt ohne viele schubladen. je schlichter und einfacher alles ist – um so wohler fühle ich mich. um so kreativer kann ich sein. in meiner kleinen welt gibt es eigentlich auch nur zwei sorten von menschen. die eine davon sind die arschlöcher…

leider ist es auf dieser welt – selbst für schlichte gemüter wie mich – nun einmal so, dass es selbst zu den einfachsten regeln dann doch wieder mindestens eine olle ausnahme geben muss – also mindestens eine unterschublade…

in meinem fall sind das die einfach nicht aussterben wollenden umstandskrämer. es wäre ja so einfach, wenn die sich alle in der arschloch-schublade tummeln würden. dann macht man einfach selbige zu und einen großen bogen um die kommode…

aber diese umstandskrämer tummeln sich in sämtlichen schubladen und sogar unter der kommode rum. ich bin mit einem verheiratet. mein vater ist einer. in meiner bekanntschaft tummeln sich ganz viele. unter den käufern meiner programme sind ganz viele. auf dieser welt gibt es so verdammt viele von denen…

viele von denen sind klasse menschen. liebe menschen. halt einfach nur umstandskrämer. gar keine arschlöcher. und trotzdem treiben sie mich in den wahnsinn. also nicht mit absicht und nicht bewusst. aber in den wahnsinn. nicht immer und nicht überall und nicht mit allem. aber in den wahnsinn…

es ist mir schlicht ein rätsel, wie man sich (und ja – den anderen) das leben selber so schwer machen kann. das leben ist kurz. also zu kurz um sich mit umstandskrämerei aufzuhalten auf jeden fall! und nein, ich werde das jetzt nicht ausdiskutieren und keinen plan malen. keine berechnung dazu anstellen. dreimal absichern und fünf mal mit der besten freundin drüber telefonieren. und schon gar nicht, wenn die eh nachher vorbei kommt…

und umstandskrämer sind auch nicht still und leise umständlich. die sind das in aller öffentlichkeit. mit allen konsequenzen. fast schon wieder zu bewundern. nein – ich habe kein mitleid. habe ich eh nie. mit niemandem. mitleid hilft keinem und ist immer fehl angebracht. mithilfe und mitleiden und vor allem mitanpacken ist viel besser. und gesünder. und nachhaltiger. und genau da liegt das problem. also mein problem…

nicht die umstandskrämer haben anscheinend ein problem. ich habe das problem mit den umstandskrämern. die treiben mich in den wahnsinn. also ich lasse mich in den wahnsinn treiben. die sind noch bei a wenn ich z längst erledigt habe. die glauben einem nichts. die machen fünf mal die selbe scheiße. und auch ein sechstes mal. hey – ich mache auch gerne scheiße. mit hingabe und ausdauer. auch sieben mal ohne mit der wimper zu zucken. auch von morgens bis abends wenn es sein muss. und dann gleich wieder von vorne. aber verdammt noch mal, die scheiße muss spaß machen! da muss nichts bei rauskommen. das muss keinen sinn haben. aber spaß muss es machen. wenn ich mir aber die umstandskrämer in meiner umgebung so anschaue – das macht keinen spaß. nicht einmal und schon gar nicht beim zuschauen…

wie kann mich sich selber so im weg stehen? und anderen? vor allem anderen? das ist wie deutsche auf der rolltreppe. ich mag ja ein meckerkopp und angeblicher rechthaber sein – aber ich ich bin stest bemüht anderen nicht im wege zu stehen. und vor allem mir selber nicht! das macht keinen spaß. also – wie können menschen sich da permanent selber im wege stehen? und anderen? und vor allem, wie halten die dieses ewige feedback ihrer umgebung aus?

oder noch besser – wie stehe ich mir nicht mehr selber im weg – wenn mal wieder so ein umstandskrämer meinen kreuzt? macht nämlich gar keinen spaß. beiden nicht…

vom weniger

ja – bekanntlich. entweder mehr. oder auch leer. dank weniger. meinte ich aber gar nicht. also nicht so direkt. nicht so direkt ist aber ein gutes stichwort. trifft den nagel. und sagt hallo…

weniger worte wären auch nicht verkehrt. ist eh so ein weiterer irrglaube, dass man viele wort braucht. dabei geht es doch um zeichen. zeichen setzen. und manchmal sagt ein zeichen alles.

♥ – zum beispiel. ! auch. . auch.

innehalten. zeichen anschauen. zeichen deuten. vielleicht. oder sich einfach nur freuen. etwas erschaffen. etwas genießen. etwas zulassen. etwas entdecken. das entdecken zulassen. lassen. gelassen. weglassen. eben weniger. ist mehr. mehr davon. davon mehr. später. später mehr…

eigentlich wollte ich ja etwas ganz anderes. kam nur anders. anders als gedacht. gedacht war es anders. anders ist gut. weniger auch. sogar sehr. nicht immer. aber immer wieder. wieder von vorne beginnen auch. immer wieder von vorne. immer wieder von. immer wieder. immer. dabei immer wieder etwas weglassen. vorne. hinten. mitte. oben. unten. wo auch immer. immer wieder von vorne. immer wieder von. immer wieder. immer…

also von vorne. mit weniger. mit ohne weniger. ohne zuviel. in deutlicher. in einfach. halt in einfach. halt!

dekade(nt)

so – haben wir also wieder eine ganze dekade hinter uns gebracht.
war nicht unsere beste. wahrlich nicht. man muss (und sollte auch nicht) immer alles negativ bis schwarz sehen, wer teile der siebziger, der achziger – und ja auch noch der neunziger mitbekommen und vor allem mitgemacht hat, der weiß aber – unbeschwert geht anders. wenn auch nicht unbedingt schöner. aber wohl bunter und schriller. aber erinnerung ist auch nur etwas zucker im hirn. und wir geben den affen gerne zucker. vor allem, je älter wir werden…

und alt sind wir alle geworden in den letzten zehn jahren. vor allem schneller. entegen aller bemühungen haben wir es halt immer noch und wohl für immer mit der geschwindigkeit. nur das lernen – vor allem dazu – das machen wir immer noch langsam. wenn überhaupt. und stillstand ist rückschritt. momentan eh die bevorzugte richtung allerorts. wenn mich mein zuckergetränktes hirn nicht täuscht, dann habe ich noch in cordschlaghose und rotem nickipulli dreikäsehoch fluglätter gegen die volkszählung verteilt, kaum an die briefkästen kommend…

vor zehn jahren gab es internet mit 14.4 kbps für 120 mark im monat und jetzt sind 16 mbit für 19 euro zu langsam und zu teuer. dafür zählen wir uns selber bis ins kleinste detail in bild und ton und satzzeichen, haben in der zeit 0.8 neue autos, sieben unterhosen und 879 liter bier gekauft. mit knapp drei unterschiedlichen partnern geschlafen, 170 tage krank im bett gelegen und 8.120 stunden wiederholungen geschaut. wiederholungen sind zur kultur des prekariats geworden. der rest saugt und brennt und shared oder wird direkt superstar. dabei sind aber mittlerweile alle gleich oder auf den hund gekommen…

während wir die kompletten neunziger im druffnen kopp zur dekade der tanzenden schönen menschen machten – haben wir es in dieser dekade geschafft, die vollkommene talent- und merkbefreiung so dermaßen zu kultivieren, dass wir nicht nur kultur und flatrate in einen satz bekommen – wir machen da nicht nur schon ein ein einzelnen wort draus, nein – wir kaufen uns das selber sogar noch ab. wenn die letzten zehn jahre für irgendetwas stehen, dann für kollektives verblöden und abstumpfen auf äußerst niedrigem niveau. dafür ist der arsch die neue fotze und wer den schlechtesten sex aller zeiten öffentlich zur schau stellt wird berühmt…

eigentlich müssen die letzten zehn jahre auch locker zwanzig gewesen sein. wenn man alle fühnfzehn minuten aller container-, urwald- und kochduellbewohner aneinander reiht, kann das sonst gar nicht hinhauen. vermutlich wurde das einfach nur an anderer stelle eingespart. beim lesen und vorlesen. beim zuhören und schreiben und vor allem der liebe zum detail und dem nachdenken und überhaupt…

überhaupt war es eine dekade des weniger. weniger auswahl. weniger ecken und kanten, weniger persönlichkeit und weniger zeit. dabei ist gerade letzteres völlige idiotie. auch in den letzten zehn jahren haben wir alle jeden tag wieder komplett neue und sagenhafte 24 stunden am stück geschenkt bekommen. immer wieder. ohne gegenleistung. ohne zinsen und ohne auflagen. einfach immer wieder. ganze 87600 stück. ohne unterbrechung. für jeden. auch für die knapp 700.000.000 millionen neuen menschen. nicht allerdings für die knapp 300 unwiederbringlich ausgestorbenen tierarten und knapp 110.000.000 millionen wegen öl (krieg, umweltschäden etc.) gestorbenen…

dafür haben wir mittlerweile ten-thousand songs in our pocket und ich könnte heute noch den kerle knutschen, der die in-ear kopfhörer erfunden hat. und umts und hdspa sind auch gar nicht so verkehrt, nicht permanent ans telefon zu müssen und mails nur zu beantworten wenn (und vor allem wann) man will ist auch nicht zu verachten. nur den kaffee muss man immer noch selber kochen. aber wer hätte vor zehn jahren gedacht, dass wir saeco, gagglia und co. nicht nur fließend trinken – sondern auch ausspechen lernen…

gelernt haben wir eh so einiges. manches auch müssen und vieles nicht wollen. wahrhaben auch nicht. vor allem nicht, dass es so wohl nicht ewig weiter gehen kann. dass wir so nicht weiter machen können. tun wir aber trotzdem. ungebremstes mittelmaß für alle. komme was wolle – hauptsache ich zuerst. sturmfluten, schwarz-rot-goldene fähnchen im wind und ermächtigungsgesetze kommen anscheinend auch immer wieder und wohl auch immer häufiger. der mensch an sich wohl angeblich immer weniger. wobei sich das wohl wieder ändern wird. es gilt ja nach wie vor: weniger geld – mehr sex. oder war da noch was mit kindern? nein doch nicht – aussterben tun wir schon angeblich seit jahrzehnten (genauer: seit dem es versicherungen gibt). die milch machts, die rente ist unsicher, die regel findet in der hand statt und selbst dafür gibt es eine app…

was die nächsten zehn wohl alles bringen werden? langweilig dürfte es nicht werden. vielleicht mal wieder etwas mehr mit richtigem leben und richtiger spannung und richtigen menschen mit richtigen ecken und kanten und wirklichen lösungen und inhalten und mehr kühen. was auch immer kommen wird – eines kann ich euch mit sicherheit verraten. ihr werdet auch weiter jeden morgen aufstehen und 24 neue und unverbrauchte stunden vor euch haben. also nutzt sie. zehn jahre sind verdammt schnell rum und die kommen nie wieder (nur die fehler) und der zucker im hirn hält auch nicht ewig. vielleicht solltet ihr mal damit anfangen, eure zeit nicht mit ellenlangen einträgen auf mittelmäßigen blogs zu vertrödeln!

des einen arroganz ist des anderen ignoranz

leuchte

ich bekomme ja des öfteren vorgeworfen, ich wäre ein arrogantes arschloch – nur weil ich sage, dass ich mit dummheit nicht umgehen kann. kann ich wirklich nicht. ich finde, dass hat nur nichts mit arroganz zu tun. überhaupt nicht. ich denke, es ist eher eine frage, was man unter dummheit versteht. ich meine damit nicht mangelndes wissen. ich kann weder kierkegaard zitieren, noch ein auto reparieren oder gar drei und sieben addieren. ich kann überhaupt wenig mit ieren hinten.

schon gar nicht doofheit ignorieren. doofheit treibt mich auf die palme. weil ich sie nicht verstehe. ich meine diese ignorante doofheit. diese mangelnde rücksicht auf andere. auf die meinungen und aussagen anderer. damit kann ich nicht umgehen. bin ich deswegen arrogant? ich würde nie auf die idee kommen, einem automechaniker etwas über seinen job zu erzählen oder ihm direkt erst einmal unterstellen, dass er sich garantiert nichts dabei gedacht hat – wenn ich doch selber keinen plan haben. was bewegt menschen dazu, sich so zu verhalten. bin ich der ignorant, weil ich eher sagen würde, dass solch ein verhalten um längen arroganter ist als von sich zu behaupten, dass man mit doofheit nicht umgehen kann?

erst neulich bin ich hier in meinem kleinen launischen blog gefragt worden, wie abgehoben ich denn mittlerweile sei – nur weil ich mich erdreistet habe von meinen mitmenschen zu erwarten, dass sie mitdenken und auf andere rücksicht nehmen?

bin ich mittlerweile vielleicht wirklich so ignorant, dass ich nicht mehr mitbekomme, wie arrogant ich bin. oder bin ich schon so arrogant, das ich nicht mehr mitbekomme, wie ignorant ich bin? kann ich also dem nächsten mechaniker einen vortrag halten? kann ich dann bitte auch so ignorant und arrogant gleichzeitig werden, dass ich die doofheit anderer nicht mehr mitbekomme?

hm – ich glaub’ ich bleib’ lieber so arrogant und verlange von meiner umgebung weiter, dass sie in der lage ist mitzudenken. oder bin ich dann doch wieder zu ignorant, um es mitzubekommen?

hilfe!
egal wie ich es drehe oder wende, das hört wohl nie auf…

gibt es irgend einen guten ratgeber zu dem thema?
’sorge dich nicht – lebe mit der dummheit’ zum beispiel?

autos reparieren for dummies gibt es bestimmt…

weile, ding, weile

weileding

ist ja schön. so mit arbeit vorm rechner. machen was man will. alles will man. alles perfekt. alles sofort. und teilhaben. und mitmachen. und erfolg. und follower. und leser. und käufer. und überhaupt…

und alles immer auf dem neusten stand. rechner. wissen. programme. technik. trends. news. schlagzeilen. videos. filme. meinungen. feeds. streams. schießmichtot…

habe mich gerade wieder mal beim schlagzeilenüberfliegen ertappt. nix mit länger lesen. anklick. seitenaufbau zu langsam. weg. neu klick. schlagzeile. schlagzeile blöd. weg. bildchen. bildchen mit titten. gut. bildchen lanweilig. weg…

alles was wir so machen. wir, die so tolle digitale subkultur von intellektuellen randgruppen passt in 140 zeichen. kann und vor allem wird nur noch sternchen von eins bis fünf bewertet und darf nix kosten…

neuerdings streichle ich meine maus. rede mit dem handy. schneide dem rechner grimassen. bestelle alles mit prime. habe permanent die stöpsel im ohr. das air immer dabei. und mein leben passt in eine cloud…

ich gucke zu. ich mache mit. ich geh voran. ich hinke hinterher. @moapp #mittelmäßig…

rt @selber ich gucke zu. ich mache mit. ich geh voran. ich hinke hinterher. @moapp #mittelmäßig…

wer anhält ist draußen. ist nicht dabei. der verpasst. was auch immer. kann nicht mitreden. ist von gestern. wer nicht lädt – egal ob hoch oder runter – hat akku leer. dessen account wird gelöscht…

sudo rm @moapp

kleiner abendlicher kulturschock

lightsoff

ab und an schaue ich ja doch noch fernsehen und heute bin ich irgendwie mal wieder bei arte und der sendung metropolis hängen gblieben. und ich dachte ja, ich wüsste ne menge – vor allem vom unnützen rand – aber es gibt dinge, bei denen ich dann doch noch mit offenem mund vor dem schirm sitze und hä auf der stirn stehen habe…

wusstet ihr, dass in palestina eine komplette jugend ohne kino aufgewachsen ist? ja ich weiß, dass die immer noch und bewusst kein suaberes trinkwasser von israel bekommen ist schlimmer und krieg und übrhaupt – jaja, blabla und sowieso – aber das wissen wir alles. aber selbst im ausgebombten berlin oder im libanon konnte man noch ins kino gehen und kinos waren neben den tanz- und freudenhäusern wohl die ersten dinge die wieder aufgebaut wurden. drum habe ich mir da nie gedanken gemacht…

aber dort sind fast alle – ja eigentlich alle – kinos seit der ersten intifida geschlossen und wenn 22 jahre später in einer 500.000 einwohner umfassenden stadt zum ersten mal ein kino mit 125 sitzen aufmacht, ist arte vor ort um davon zu berichten…

was fast noch erschreckender für mich ist, die kennen ihre eigenen zum teil großartigen filme der letzten jahre alle nicht. die gab es nur in europa und nordamerika zu sehen…

der befragte bürgermeister hat es auf den punkt gebracht. der meinte nur, er wäre so froh und so stolz, dass die kinder und jugendlichen seiner stadt, die es wahrlich schwer genug hätten, endlich mal etwas hätten, bei dem sie für ein/zwei stunden den ganzen scheiß vergessen könnten…

und ich bin angepisst, wenn bei meinen 300 kanälen und sieben kinos mal wieder nichts gescheites kommt…

endlich macht es einen sinn

afghan

ich dachte ja lange, unsere bundeswehr ist zum großen teil nur in afghanistan, weil die richtigen deppen einfach nur zu blöd und zu feige zum basta sagen sind…

aber eben hatte ich bei diesen schlagzeilen eine erleuchtung:

karzai gewinnt wahl der tricks und täuschungen

die üben da unten nur!

und sobald der bundeswehreinsatz im inneren salonfähig ist, da haben wir wieder eine wahlbeteilung wie zu guten alten ddr-zeiten.

echt fortschrittlich unsere truppe. während die amis noch richtig oldschool in nevadas wüste ihr kanonenfütter auf das ölklauen mit uniform vorbereiten, da bereitet sich unser trachtenverein schon unter realbedingungen auf den einsatz im inland vor.

wie konnte ich diesen jung nur so unterschätzen,
diesen ausgefuchsten taktiker…

feststellung des tages

ich glaube, ich habe die tage etwas gefunden, das noch schlimmer ist als dummheit. wenn ich es mir nämlich so recht überlege, ist ignoranz noch unerträglicher. zu allem übel sind beide eigenschaften leider häufig auch noch gleichzeitig anzutreffen…

ach apple

schneeleo

haste es also mal wieder geschafft und kannst ein ätschibätschi richtung redmond schicken. kommt der schneeleo also einen monat früher und alle, die deppig direkt aktualisieren machen mal wieder die kostenlosen betatester in freier wildbahn für euch.

richtiger fortschritt im gegentrend zu größer, schneller und noch mehr wäre auch endlich mal gewesen – zu warten. darf ich den tag noch erleben, an dem ihr eine os version rausbringt, die als fertig zu bezeichnen wäre? ich mache das spiel bei euch jetzt seit system 6/7 mit und der tradition werdet ihr wohl leider immer die stange halten…

nicht die anderen

eigentlich habe ich nur mal so nebenbei eben den link zum rwe werbespot remix von greenpeace verlinkt, da ich die umsetzung gut fand. aber manchmal dauert das mit dem denken etwas länger bei mir. dann hallt es aber auch nach. und manchmal hallt es dann länger und oft (oder fast immer) hallen dann ein oder zwei grundprobleme laut und deutlich durch…

nicht rwe ist das problem.
nicht die anderen.

bitte – wer arbeitet denn für rwe?

wer hat den deren spot produziert?
wer hat die musik dazu geschrieben?
die plakate photoshoppisiert?
wer sitzt in call-centern und schwätzt anderen den atomstrom auf?
wer ist denn rwe-kunde?

die geldgeilen säcke aus der rwe-führungsriege?

wer verkauft denen den sendezeit für die nett gmachte verarschung – hergestellt von potenziellen rwe-kunden im dritten jahr ihres praktikums bei jwt, sachi&sachi und co?

ich kann diese zeilen auch nur schreiben, weil es atomkraftwerke gibt, kleine afrikanische kinder 12 stunden am tag irgendwelche metalle 10 meter unter der erde in ausgebeuteten bürgerkriegsgebieten ausbuddeln, damit kleine chinesische hände meinen dritten mac in diesem jahr zusammenschrauben können der auf einem tisch steht, der zigtausende kilometer an somalia vorbei verschifft wurde und vermutlich aus einem holz besteht, der unnötig trinkwasser und lebensmittelanbaufläche in indien verplempert hat…

diese arschlöcher bei rwe, hapag-loyd and apple aber auch!

aus der reihe: nachgefragt

heute: wann starb der gemeine zahnstocher aus?
untertitel: und wieso hat der michael das nicht mitbekommen?

früher, als das internet noch langsam und mit inhalt, die frisuren noch komischer und der michael schlanker war, da gab es neben der maggi-flasche immer so ein kleines metallenes dinges (so eines das schon nach weitem nach mitropa schrie) gefüllt mit hölzernen zahnstochern.

bitte wo sind die abgeblieben?
gibts im appstore ein app, das mir die salatreste per w-lan aus den zähnen holt und ich weiß es nur nicht? oder ist es jetzt in, grüne zahnzwischenräume zur schau zu stellen und ich geh’ mal wieder voll am trend vorbei?

jetzt kommt mir nicht mit umweltschutz!
klopapier gibts auch noch in zwanziglagig und aufwärts und damit kann man seine zähne wahrlich nicht säubern – andersrum ginge es. mit geduld und arschhornhaut…

also – wo sind sie geblieben?
was gibt’s als ersatz?
was ist noch alles ausgestorben, von dem ich noch gar nichts weiß?

und es hat bing gemacht

und wenn bing wie zune – dann war es das auch schon wieder. wobei konkurrenz zu google nie verkehrt sein kann – aber ms und konkurrenz.

vielleicht sollten sie einfach nur die leute, die deren mäuse bauen, auch den rest machen lassen…



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